Kommentar: OÖN vom 10.8.2010
von Peter Grubmüller
Kunst ist Risiko
Muss politischer Protest subventioniert werden?
Die Kulturplattform Oberösterreich ist ein bunter Haufen kreativer Leute. Sie sind dazu bereit, sich die Hände auf künstlerische Weise schmutzig zu machen, sofern sie soziale Schweinereien und politische Ungerechtigkeiten aufstöbern. Solche Menschen sind in einer aufgeklärten Gesellschaft unverzichtbar, ihr Engagement liegt weit innerhalb eines demokratischen Systems – ebenso ihr Gerechtigkeitsanspruch bei Fördergeldvergaben im kulturellen Bereich (lesen Sie dazu die untenstehende Kulturszene).
Sofern bloß öffentliche Mittel ihr Engagement speisen, werden Künstler verdächtig, selbst zu einer Institution geworden zu sein. Zu einer Institution von jener Art, an deren Sinnhaftigkeit und Arbeitsweise sich die Kunst zu reiben hätte, um auch ihre gesellschaftliche Verantwortung einzulösen. Künstlerische und kulturelle Impulse waren in der Vergangenheit auch deshalb erfolgreich, weil ihre Ideengeber etwas riskiert und nicht darauf gewartet haben, bis ihr Protest von jenen bezahlt wurde, gegen die sie protestieren wollten.
http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/kommentar/Kommentar;art13612,440391

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